1974 merkte ich, daß es bei der damaligen Bundesbahn noch Dampflokomotiven gab. 1975 und 1976 fuhr ich dann systematisch durch Deutschland und fotografierte die letzten ihrer Art, teils im Einsatz, teils schon abgestellt. Die hier abgebildeten Exemplare stellen eine Auswahl aus der Vielzahl meiner Bilder dar.
Wegen teilweiser schlechter Farbqualität der alten Bilder habe ich dann in SW eingescannt.



Diese beiden Loks zogen im Frühjahr 1974 einen Sonderzug durch den Südschwarzwald
, hier im Bahnhof Hausach. Links ist die letzte T18 und spätere Baureihe 78, rechts die Baureihe 24 zu sehen.



Die letzte preußische P8 Westeuropas, stationiert bis Ende 1974 im Bahnbetriebswerk Rottweil, zog im Sommer 1974 diesen Sonderzug, hier beim Halt im Bahnhof Singen. Daneben ist sie an Silvester 1974 zu sehen bei einem Halt auf der Hinfahrt von Rottweil nach Basel.



Hier steht eine Lok der letzten nach dem Krieg neu entworfenen Baureihe, die Personenzuglok BR 23, in Friedrichshafen als Heizlok.



Am 18.03.75 fährt eine Güterzuglok der Baureihe 50 am frühen Abend als Schiebelok
hinter dem Güterzug Singen - Rottweil (hier auf der Steigung hinter Engen) her. Rechts sehen wir eine solche Maschine des Bw-Rottweil im Bahnhof Singen.



Links in Gelsenkirchen, rechts in Weiden in der Oberpfalz sehen wir jeweils schwere Güterzuglokomotiven der Baureihen 44 und 50 vor bzw. auf der Drehscheibe.



Die Schnellzugloks waren stets die beeindruckendsten Maschinen. Mit ihren 2 m großen Treibrädern wirkten sie äußerst imposant. Im Bild links ist eine der letzten 01 aus Hof zu sehen, abgestellt im Frühsommer 1975 in Haltingen (Nähe Basel), im Bild rechts die 012 081, die am 31.05.75 den letzten dampfgeführten Schnellzug Westeuropas von Rheine nach Norddeich-Mole zog, hier in Rheine zu sehen. Im Unterschied zur links abgebildeten 01 handelt es sich bei ihr um eine Dreizylinder-01 für den "gehobenen Schnellzugdienst", die statt 130 ursprünglich sogar 150 km/h (später zur Schonung 140) fahren durfte. Beide Typen sind bei Eisenbahnvereinen noch im Einsatz.


Vom Lokgewicht ebenso imposant sind die Big Boys der letzten Jahre des Dampfbetriebs in Deutschland (Baureihe 044), auch wenn ihr Raddurchmesser "nur" 1,40 m beträgt. Beide Aufnahmen sind im April 1976 bei bzw. in Ottbergen (bei Höxter) entstanden, rechts in Doppeltraktion bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof bei leichter Steigung mit einem langen Güterzug im Schlepptau. Sie mußten alle noch 1976 aufs Abstellgleis, und auch ihre ölgefeuerten Schwestern 043 folgten ihnen nur ein Jahr später Ende Oktober 1977 (siehe weiter unten) ...


Eine Lok der BR 23 wartet im Sommer 1975 im Bahnhof Lauda auf die Abfahrt ihres Personenzuges. Mit ihren 1,75 m großen Treibrädern fuhr sie mühelos 110 km/h schnell.



Im Sommer 1976 besuchte ich wieder einmal Rheine, wo zu diesem Zeitpunkt noch zwei Baureihen im Einsatz waren, beide mit Öl- statt Kohlefeuerung. Sie waren ihren kohlegefeuerten Kolleginnen sowohl in puncto Leistung als auch täglicher Einsatzdauer überlegen. Die im linken Bild zu sehende Lok der BR 41 (042) mit der seltenen Achsfolge 1D1 zog ab Sommer 1975 nicht nur Güter-, sondern auch Schnellzüge nach dem Wegfall der 012. Um eine Vorstellung von der Kraft der rechts zu sehenden Öl-44er (043) zu erhalten, sei darauf hingewiesen, daß die ab Oktober 1977 einspringenden V200-Dieselloks trotz ihrer 2700 PS die schweren Erzzüge nur nach Einbau eines Spezialgetriebes ziehen konnten.



Die S 3/6 gilt als die formschönste aller Dampflokomotiven. Die letzten Exemplare fuhren bis 1966 (2 Maschinen in Lindau) noch im Allgäu. Mit ihrem Treibraddurchmesser von 1,87 m eignete sie sich auch für bergige Strecken als Schnellzuglok. Eine Serie von 18 Maschinen (1912/13) wurde jedoch mit 2m- Rädern ausgeliefert. Die Firma Krauss-Maffei lieferte 1908 das erste Exemplar ab. Mit einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und einer Mindestleistung von 1770 PS (ab der Lieferung von 1923 dann 1830 PS und nach der Modernisierung nach dem Krieg 1950 PS) waren sie bis fast zuletzt durchaus mit der 01 konkurrenzfähig. Eine besondere Berühmtheit erlangte sie durch ihren Einsatz vor dem luxuriösen Rheingold-Zug.





Aufnahme einer S3/6 von Oktober 2019! (Quelle: Facebook)



Mein Liliput-Modell der 05 003


Nach wie vor eine Attraktion im österreichischen Tirol: das Achenseebähnle ...


... und die Zillertalbahn (beide Aufnahmen vom Sommer 1975).


Aufgenommen am Abend des 16. Juni 2007: Hier wird's nun tatsächlich ernst mit den Bemühungen des VES, von Etzwilen (Schweiz) nach Singen eine Museumsbahn zu betreiben. Hier findet gerade eine Überprüfungsfahrt statt, ob Gleise und Weichen noch funktionsfähig sind im Rielasinger Bahnhof.



Entdeckt am Rande von Offenburg Anfang August 2008:
Die seinerzeit (1918 - 20) legendäre "Badische IV h" mit ihren 2,10 m großen Treibrädern.
Diese Lok hier gehörte zu den drei Maschinen, die 1948 nicht ausgemustert wurden, sondern neue Kessel erhielten und bei Versuchsfahrten 165 km/h erreichten! Noch 1968 war sie in Minden vorhanden.



Kurz vor dem Start der Sonderfahrt nach Feldberg-Bärental am 2. Januar 2010 in Singen (ins Bild klicken!)


Bis 1977 verfügte ich noch über eine große Modellbahnanlage, wovon hier einige Ausschnitte zu sehen sind:










1987 konnte ich einige interessante Fotos machen: